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EIN MENSCH GEHT IN PENSION – PROFESSOR RUDI REBHANDL
Juli 3, 2020
EIN MENSCH GEHT IN PENSION – PROFESSOR RUDI REBHANDL

Allein aus diesem einen Wort „MENSCH“ sieht man, wie man Prof. Rudi Rebhandl einstufen und bewerten kann. Ein Lehrer mit Witz, Ruhe, Ausstrahlung, Erdung und … Menschlichkeit. Einer den so gut wie nichts aus der Fassung bringen kann. Einer der immer ein beruhigendes und liebes Wort auf der Zunge hat und der jede, noch so schwierige, nervige, entmutigende, ärgerliche Situation ganz fest im Griff hat. Und zwar in seinem Griff: Das heißt lächeln, vielleicht sogar besser gesagt schmunzeln, dann eine kleine Pointe, wohl überlegt, stilistisch einwandfrei (wie es sich für einen Deutsch-Lehrer und einen guten Rhetoriker gehört). So wird die Situation erst einmal entschärft. Und dann kommt die Frage. Die Frage an den Problembringer. Die Frage, bei der sich zumeist sofort die (er)lösende Antwort wie fast von selbst ergibt. Und immer mit (s)einer sonoren so wohltuenden und unverwechselbaren Stimme, die den kältesten Typen, warm und erträglich macht.
„Rudi Rebhandl“, das ist vermutlich seine Lieblingsbezeichnung. Kein Professor oder gar Oberstudienrat dazu (das hat er aus welchen Gründen immer abgelehnt). Er wollte vor allem Mensch sein, menschlich sein. Menschlich mit seiner Wortwahl, menschlich mit seinen Gesten (sehr sozial), menschlich bei seinen Prüfungen. Seine Prüfungen, das waren, ja ich würde fast sagen, amikale „Wohnzimmer“-Gespräche, bei dem er dem Schüler sanft das Wissen herauskitzelte. So dass es der Schüler kaum merkte. Und auf einmal war die Prüfung zumeist mit einer sehr guten oder guten Note vorbei. Das gilt natürlich für jene Schüler, die auch was gelernt haben. Ja, sogar die schlechtesten vorbereiteten Schüler hatten manchmal das Gefühl, dass sie mehr wussten, also sie selbst zu hoffen gewagt hatten. Bei ihm ging fast jeder mit dem Gefühl eines Siegers vom (Prüfungs-)Platz. Prof. Rebhandl verstand es, (s)eine fast väterliche Atmosphäre zu schaffen, die es dem Schüler ermöglichte, ganz ohne dieses leider oft lähmende Lampenfieber, die Situation zu meistern.
Und was einhellig von allen Schülern und Lehrern über Prof. Rebhandl immer wieder gesagt wurde: Er ist ein lebendiges Lexikon. Er weiß über so vieles (fast alles) Bescheid. Da kommt natürlich seine Geschichts- und Geografielehrer-Bildung durch. Er hatte auch die Gabe, Schwieriges ganz einfach, in prägnanten Worten und natürlich mit Wortwitz zu beschreiben. Auch für jene Schüler, die vielleicht keinen so ausgefeilten und ausgeprägten Wortschatz hatten.
Das war und ist Prof. Rudi Rebhandl – ein Mensch.
CK

EIN MENSCH GEHT IN PENSION – PROFESSOR RUDI REBHANDL